Im September bleibt in Deutschland noch Zeit für schnell wachsende Kulturen und für Salate, die im Herbst und Winter weitergenutzt werden. Für das Freiland sind Feldsalat, Spinat, Radieschen, Winterportulak und einige Asia-Salate besonders zuverlässig. Anfang September können außerdem die letzten Jungpflanzen von Endivie, Radicchio, Zuckerhut und Pak Choi gesetzt werden. Im Oktober wird die Auswahl kleiner: Im Freiland kommen vor allem robuste Kulturen infrage, in kälteren Lagen besser unter Glas oder Vlies.
Die Angaben sind Orientierung für die Saison 2026 und kein fester Terminplan für jeden Garten. Bayern, Küstenregionen, Tiefland und Höhenlagen unterscheiden sich. Entscheidend sind Bodentemperatur, die Vorhersage für die ersten Fröste und die Angaben auf der jeweiligen Saatgutpackung.
Was im September gesät und gepflanzt werden kann
September eignet sich, um Beete nach Gurken, Zucchini, Frühkartoffeln und Sommersalaten wieder zu belegen. Der Boden ist noch warm, während die Verdunstung meist abnimmt. Ist das Beet trocken, wird zuerst gründlich gegossen, danach die Oberfläche geglättet und die Saatrille gezogen. Feines Saatgut muss in einer feuchten Bodenschicht liegen, sonst ist das kurze Herbstfenster schnell vorbei.
Orientierungskalender für September 2026
| Zeitraum | Was tun | Bedingungen und erwartbares Ergebnis |
|---|---|---|
| 1.–10. September | Feldsalat, Spinat, Radieschen, Winterportulak und Asia-Salate. Jungpflanzen von Endivie, Radicchio, Zuckerhut und Pak Choi setzen. | Beste Zeit für das Freiland. Bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht halten. |
| 11.–20. September | Feldsalat, Spinatsorten für die Herbstaussaat, Winterportulak und Pflücksalate. In milden Regionen sind Radieschen noch möglich. | Schnell wachsende Sorten wählen. Bei Kälteeinbruch mit dünnem Vlies abdecken. |
| 21.–30. September | Feldsalat und Winterportulak an einem geschützten Platz sowie Gründüngung auf freien Beeten. Im Gewächshaus sind Spinat und Asia-Salate möglich. | Im Freiland ist der Erfolg weniger sicher. Späte Aussaat braucht Schutz und einen milden Herbst. |
Welche Kulturen im September passen
Feldsalat
Feldsalat gehört zu den zuverlässigsten späten Kulturen. Er kann in Reihen gesät werden, sodass das Hacken im Frühjahr leichter fällt, oder als kleine Jungpflanze ins Beet kommen. Eine Aussaat Anfang bis Mitte September bildet vor dem Winter Rosetten und wächst bei milder Witterung langsam weiter. Im Oktober ist das Pflanzen kräftiger Jungpflanzen unter Schutz sicherer als ein später Samenaufgang.
Spinat
Wählen Sie Spinatsorten für den Herbst- oder Winteranbau. Nach den Empfehlungen der Bayerischen Gartenakademie reicht das sinnvolle Freilandfenster für eine Ernte im Herbst und November bis etwa Mitte September. Später kann der Samen noch keimen, die Rosetten bleiben aber möglicherweise klein. Reihen mit ungefähr 25 cm Abstand erleichtern das Hacken, ohne die Pflanzen zu verletzen.
Radieschen, Winterportulak und Asia-Salate
Radieschen wachsen schnell, doch eine späte Aussaat hängt von Sorte und Temperatur ab. In einem warmen September eignen sie sich für einen kurzen Satz, bei frühem Kälteeinbruch bleiben die Knollen eventuell klein. Winterportulak und Asia-Salate liefern junge Blätter für die Herbsternte. Säen Sie kleine Mengen mit einigen Tagen Abstand, damit nicht alles gleichzeitig erntereif wird.
Endivie, Radicchio, Zuckerhut und Pak Choi
Ist der Monatsanfang vorbei, sind Jungpflanzen meist die bessere Wahl als eine neue Aussaat. Anfang September können die letzten Pflanzen noch ins Freiland, besonders an einem warmen, geschützten Platz. Lassen Sie ausreichend Abstand für die Luftbewegung. Salate und Kohl sollten unter dichter Folie nicht dauerhaft nass stehen, weil dadurch Fäulnis begünstigt wird.
Gründüngung
Wenn keine weitere Gemüseernte gebraucht wird, sollte das Beet nicht offen bleiben. Schnell wachsende und winterharte Gründüngung bedeckt den Boden und hält verfügbare Nährstoffe zurück. Beachten Sie die Fruchtfolge: Nach Kohl sind Senf und Raps nicht automatisch passend, weil sie ebenfalls zu den Kreuzblütlern gehören. Wählen Sie eine andere Pflanzenfamilie und prüfen Sie die Mischung.

Drücken Sie die Erde nach der Aussaat leicht mit der Hand oder einem Brett an, damit das Saatgut Kontakt zur feuchten Schicht bekommt. Mit feiner Brause gießen und das Beet bis zum Auflaufen täglich kontrollieren. Eine harte Kruste nach dem Gießen ist ungünstig. Eine dünne Schicht reifer Kompost oder eine feine Brause hilft, die Oberfläche gleichmäßig feucht zu halten.
Was im Oktober gepflanzt werden kann
Im Oktober verschiebt sich das Ziel. Es geht weniger um eine große Ernte vor November, sondern um Kulturen, die Kälte vertragen oder geschützt weiterwachsen. Im Freiland hängt der Termin stark von der Region ab: Im Rheingebiet und an anderen milden Standorten ist das Fenster länger, an offenen Höhenlagen kann der erste Frost schon in der ersten Monatshälfte kommen.
Orientierungskalender für Oktober 2026
| Zeitraum | Freiland | Gewächshaus oder Abdeckung |
|---|---|---|
| 1.–10. Oktober | Feldsalat pflanzen, Winterportulak säen und in milden Lagen früh Gründüngung ausbringen. Eine kleine Aussaat von Winterspinat ist möglich. | Spinat, Asia-Salate und Pflücksalate können weiter gesät werden. |
| 11.–20. Oktober | Nur kräftige Jungpflanzen von Wintersalaten und Blattgemüse setzen. Freie Beete mit Gründüngung oder Mulch bedecken. | Feldsalat pflanzen und an sonnigen Tagen lüften. |
| 21.–31. Oktober | Neue Gemüseaussaaten bringen meist keinen nennenswerten Ertrag mehr. Geeignete Winterkulturen nur nach Sortenangabe pflanzen. | Überwinternde Pflanzen stehen lassen, kranke Blätter entfernen und den Frostschutz vorbereiten. |
Gemüse und Salate zum Überwintern
Eine Überwinterungskultur wächst im Winter nicht ständig weiter. Bei kurzen Tagen und niedrigen Temperaturen verlangsamt sich das Wachstum, geerntet wird während geeigneter milder Phasen. Wählen Sie Sorten mit ausdrücklicher Wintereignung und halten Sie Vlies bereit. Dichte Folie ohne Lüftung ersetzt keinen Schutz, weil sich Feuchtigkeit staut und Blätter faulen können.
- Feldsalat. Er ist eine der einfachsten Herbstkulturen. Ernten Sie portionsweise, ohne jede Rosette herauszuziehen.
- Spinat. Eine Herbstaussaat kann späte Herbst- und frühe Frühjahrsernten liefern. Sehr späte Saaten bleiben jedoch oft klein.
- Winterportulak und Asia-Salate. Sie eignen sich für geschützte Beete und die Ernte junger Blätter. Bei starkem Frost brauchen sie eine Abdeckung.
- Wintersalate und Blattkohl. Etablierte Pflanzen vertragen Kälte besser als junge Sämlinge. Im Oktober nicht in nasse, schwere Erde setzen.
- Winterlauch. Er wird meist früher gepflanzt, kann aber als kräftige Pflanze im Beet bleiben. Die Wurzelzone vor Austrocknung und starken Temperatursprüngen schützen.
- Winterknoblauch. Hier werden Zehen gesteckt, nicht Blattgemüse gesät. Sortenhinweise beachten und einen Platz ohne Staunässe wählen.

So wird das Herbstbeet vorbereitet
Bereiten Sie das Beet vor der Aussaat oder Pflanzung vor. Herbstkulturen brauchen ein sauberes, ebenes Saatbeet und einen guten Wasserabzug, nicht automatisch mehr Dünger.
- Krankes Pflanzenmaterial entfernen. Gesunde Wurzeln und Blätter können auf einen gut belüfteten Kompost. Kranke Teile gehören nicht an das neue Beet.
- Nicht ohne Grund umgraben. Bei einem freien Beet reichen Unkrautentfernung, Einebnen und eine Bedeckung mit Pflanzenmaterial oder Gründüngung. Spätes tiefes Umgraben kann die Nährstoffauswaschung verstärken.
- Wasserabzug prüfen. Staunässe ist im Herbst oft gefährlicher als eine kurze Trockenheit. Bei schwerem Boden helfen ein Hochbeet oder reifer Kompost.
- Fruchtfolge einhalten. Dieselbe Pflanzenfamilie sollte nicht ohne Pause an denselben Platz zurückkehren. Nach Kohl, Zwiebeln und Spinat besonders sorgfältig planen.
- Abdeckung früh bereitlegen. Vlies, Bögen, Heringe und Klammern sollten vor der ersten kalten Nacht am Beet liegen. Lüftung muss möglich bleiben.
Wenn Sie zwischen einer Oktoberaussaat und einem freien Beet wählen, beginnen Sie mit dem Ziel. Feldsalat und fertige Winterpflanzen sind für die Ernte gedacht. Für den Bodenschutz ist Gründüngung sinnvoller. Winterkulturen können im Frühjahr weiterhelfen, aber nur mit passender Sorte und lockerem, gut drainiertem Boden.
Pflege und Schutz vor Kälte
Im Herbst leiden Pflanzen häufiger unter einem falschen Wasser- und Luftregime als unter fehlendem Dünger. Morgens gießen, wenn der Boden wirklich trocken ist. Nasse Blätter bleiben nachts länger kalt. Nach dem Auflaufen ausdünnen: Dicht stehender Spinat und Salat trocknen schlechter ab und erkranken leichter.
Vlies schützt vor leichtem Frost und kaltem Wind, ist aber keine Heizung. Tunnel und Gewächshaus an sonnigen Tagen öffnen, damit Kondenswasser abtrocknet. Nicht spät am Abend gießen. In Regionen mit starkem Frost können gesunde trockene Blätter oder anderes luftdurchlässiges Material helfen, wenn die Kultur das verträgt.
Was im September und Oktober nicht mehr gesät werden sollte
Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Bohnen und andere wärmeliebende Kulturen schaffen den Zyklus im Herbst im deutschen Freiland nicht zuverlässig. Folie kann Schäden um einige Nächte verzögern, ersetzt aber Licht und Wärme nicht. Auch Möhren, Rote Bete und späte Kohlarten brauchen normalerweise mehr Zeit.
Eine späte Aussaat lohnt sich nur, wenn auf der Packung ausdrücklich Herbst- oder Wintersaat, eine kurze Kulturdauer oder geschützter Anbau genannt wird. Fehlt diese Angabe, sind Feldsalat, Herbstspinat oder Gründüngung die sicherere Wahl.
Kurzer Arbeitsplan für September und Oktober
- Anfang September: Abgeerntete Kulturen entfernen, Feldsalat, Spinat und Radieschen säen und die letzten Herbstsalate pflanzen.
- Mitte September: Kleine Sätze Blattgemüse nachsäen, Auflauf prüfen, Vlies bereitlegen und Beete für Gründüngung auswählen.
- Ende September: Nur Kulturen mit realistischem Herbstfenster im Freiland lassen und späte Sätze ins Gewächshaus verlegen.
- Anfang Oktober: Kräftigen Feldsalat pflanzen, in milden Lagen Winterportulak und Gründüngung säen und Winterpflanzungen vorbereiten.
- Mitte bis Ende Oktober: Die Beete nicht mit neuen Saaten überladen. Überwinternde Pflanzen abdecken und den Schutz lüften.
Fragen und Antworten
Kann man in Deutschland im Oktober noch Spinat säen?
Anfang Oktober ist das in milden Lagen oder unter Schutz mit einer geeigneten Herbstsorte möglich. Die Sicherheit ist geringer als bei einer Aussaat bis Mitte September. Ende Oktober sind eine Winterkultur oder Gründüngung meist die bessere Wahl.
Wann ist der letzte Termin für Feldsalat?
Kräftige Jungpflanzen können bei nicht vernässtem Boden und ohne angekündigte lange Kälte oft bis Mitte Oktober ins Freiland. Eine Aussaat braucht mehr Zeit und ist im Oktober unter Glas oder einer belüfteten Abdeckung sicherer.
Was kommt auf ein freies Beet, wenn kein Gemüse mehr gebraucht wird?
Eine schnell wachsende Gründüngungsmischung, die zur verbleibenden Zeit und zur Fruchtfolge passt. Nach Kohl sollte die Mischung keine Kreuzblütler enthalten.
Brauchen Feldsalat und Spinat Vlies?
Bei leichtem Nachtfrost und kaltem Wind hilft Vlies. An warmen, sonnigen Tagen wird es geöffnet. Dauerhafte Kondensfeuchte kann schädlicher sein als eine kurze kalte Nacht.
Wie wird der Kalender an die Regionen angepasst?
Neben dem Bundesland zählt das lokale Kleinklima. Eine Südwand, ein geschützter Hof und ein Gewächshaus bringen einige Tage, eine offene Höhenlage nimmt sie wieder weg.
Quellen und Prüfdatum
Geprüft am 15. September 2026. Die Termine sind Orientierung für einen Hausgarten in Deutschland. Sorte, Boden, Region und Wettervorhersage können das Ergebnis verändern.
- Bayerische Gartenakademie: Nachnutzung der Beete: Herbstsalate, Feldsalat, Spinat, Radieschen, Winterportulak und Gründüngung.
- Bayerische Gartenakademie: Gemüsearten zur Nachkultur: Ungefähre Zeiten für Aussaat, Pflanzung und Ernte.
- Bayerische Gartenakademie: Der Naturgarten im Herbst: Späte Aussaaten, Schutz von Winterkulturen und Vlies.
- Bayerische Gartenakademie: Der Garten im Herbst: Letzte Pflanzungen von Salaten und Grün im September.
- Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Übersicht der Gemüsearten für den Hausgarten: Übersichtstabelle zu Gemüsearten und Anbauzeiten.